Instagram Promotions: Das Selbstexperiment

Cosplay Fame durch soziale Medien? Likes kaufen? Reichweite erhöhen?
Nahezu jeder hat heutzutage einen Instagram-Account. Auch für Cosplayer ist er nicht mehr wegzudenken – er hilft bei der Interaktion mit anderen Cosplayer, weckt Interesse von Fotografen oder sogar Firmen, die vielleicht mit dir zusammenarbeiten wollen. Dabei hält sich ein Gerücht sehr hart: ohne Geld kann man auf sozialen Medien nichts erreichen!

Ich war neugierig und habe für euch getestet: Lohnt es sich, Geld für Instagram auzugeben? Bekommt man dadurch auf Instagram mehr Cosplay Follower?

Vorwort

Bevor wir hier anfangen ein kleiner Hinweis: dieser Beitrag ist am 16.03.2019 entstanden – besonders soziale Medien wandeln sich extrem schnell. Ich übernehme daher keine Garantie für die Infos die ich hier gebe, sie können morgen schon wieder veraltet sein.

Der ein oder andere denkt sich sicher schon die ganze Zeit: man, bildet die sich viel auf Follower ein.
Ja, das tue ich. Natürlich freue ich mich sehr wenn meine Freunde, die ich ohnehin schon kenne und die mir eh folgen, meine Beiträge sehen und kommentieren. Ich freue mich aber genauso sehr darüber, neue Leute kennen zu lernen! Zudem führe ich einen Blog auf dem ich Tutorials und Tipps veröffentliche – ich möchte also das auch diese gelesen werden.
Du kannst mich für noch so eingebildet halten: in jedem von uns schlummert der Wunsch nach Anerkennung. Es geht hierbei nicht unbedingt darum mit Cosplay super berühmt zu werden oder damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern einfach um Aufmerksamkeit.
Es ist also absolut dir überlassen ob du Geld investierst oder ob du das für sinnfrei hältst. Ich cosplaye nun seit über 10 Jahren und bin seit Anbeginn auf Instagram dabei. Mich hat es schon immer interessiert ob es wirklich klappt sich Follower zu kaufen, nach Jahren habe ich es nun also endlich mal gewagt!

Instagram Promotions – was ist das eigentlich?

Wie es vielleicht schon einige von Facebook kennen, kann man auch auf Instagram dafür bezahlen, dass ein Beitrag oder eine Story mehr Reichweite bekommt. Hierzu benötigt man ein Unternehmensprofil auf Instagram, dieses kann man kostenfrei umwandeln sofern eine Facebook-Seite mit dem Instagram-Profil verbunden ist.
Wenn dich Statistiken zu deinem Account interessieren, also woher deine Follower kommen, welches Geschlecht oder Alter sie haben oder wann sie auf deine Inhalte zugreifen, ist es immer sinnvoll den Account umzuwandeln. Das ist erstmal absolut kostenlos, eine Funktion die ich schon lange nutze und ziemlich sinnvoll finde.
Ich habe damit zum Beispiel raus gefunden, dass es für meine Follower am sinnvollsten ist, wenn ich früh morgens oder am frühen Abend poste – dann sehen es die meisten.
In meinem Test habe ich mich dazu entschieden einen Beitrag zu bewerben, man kann auch Storys bewerben – das ist meiner Meinung nach aber erstmal weniger sinnvoll. Mit Storys erreicht man bereits vorhandene Follower, mit Beiträgen eher neue Interessenten. Zweiteres ist mein Ziel!

Gut gepflegt ist halb bezahlt!

Ja so ein doofer Spruch mal wieder – aber es stimmt!
Du kannst so viel Geld wie du möchtest investieren, es wird dir nichts bringen wenn dein Profil nicht gut gepflegt ist. Hier rede ich nicht von super minimalistischem, sauberem Design, 3er-Posting-Ketten oder eindrucksvollen Posting-Collagen!
Du musst deinen Fans Inhalt bieten, Bilder posten, Texte dazu schreiben und wirklich aktiv sein. Auch wenn du hunderte Euro zahlst – Einem Profil mit drei Fotos wird niemand folgen, noch weniger wenn der letzte Post vor 6 Monaten war.
Regelmäßigkeit ist hier das A und O. Natürlich ist es dein Ding wie du dein Profil gestaltest, dennoch ist ein Post täglich ein guter Richtwert. Viele Profis raten zu drei Posts am Tag, ich persönlich halte das für übertrieben. Ich denke auch jeder zweite Tag ist noch vertretbar, auch jeder dritte.
Du musst dafür sorgen für deine Abonnenten präsent zu sein, sie sollen dich regelmäßig in ihrem Feed sehen und du solltest in ihrem Gedächtnis bleiben. Sie haben dich abonniert damit sie Inhalt von dir sehen.
Hier macht es die Mischung – je mehr du postest desto öfter erscheinst du im Feed deiner Follower. Postest du hingegen zu oft, wird es schnell als “störend” oder gar “Spam” empfunden und nervt deine Follower. Damit erreichst du dann gern mal das Gegenteil – du verlierst Abonnenten.
Wie gesagt sind das alles eher Richtwerte, du darfst selbst entscheiden wie dein Profil aussieht und wann du postest. Wenn du allerdings gar keinen Inhalt für deine Fans hast, ist es einfach fraglich ob die Fans sich dann überhaupt für dich Interessieren.
Viele User sortieren ihre Abos regelmäßig aus, wenn sie mit deinem Profil also keine Erinnerung verknüpfen können weil du nie postest, entfolgen sie dir schnell wieder.
Wichtig ist noch zu sagen, dass dein Content stimmen muss. Wie man das macht? Dafür gibt es kein Rezept. Hier gehört die berühmte “Prise Glück” dazu. Vielleicht hast du genau ein ikonisches Naruto-Cosplay das einfach der Hammer ist, vielleicht hast du auch eine tolle Mischung aus Magical Girl Cosplays oder siehst im Crossplay besser aus als so mancher männliche Cosplayer.
Es gibt durchaus auch Cosplayer die wirklich tolle Kostüme machen, handwerklich sehr begabt sind und hübsch aussehen – aber nie viele Follower bekommen. Hier fehlt dann die Prise Glück einfach.
Das kann man einfach nicht beeinflussen, egal wie viel Mühe man sich gibt.

Ziele, Zielgruppe, Budget & Laufzeit

Eine Beitrags-Promotion besteht aus 3 Schritten: Ziel, Zielgruppe und Budget/Laufzeit.
Welches Ziel verfolgst du?
Der gewählte Beitrag wird auf den Feeds der gewählten Zielgruppe priorisiert und weiter oben angezeigt bzw. auch angezeigt, wenn es gar keine Berührungspunkte mit dem Beitrag gibt (ein gefolgter Hashtag oder das man die Person generell abonniert hat). Man kauft sich also quasi auf fremde Feeds ein.
Instagram bietet zusätzlich zu der erhöhten Reichweite drei Call-to-Actions an – also eine Schaltfläche die eine Aktion hervorrufen soll. Mit einem Klick gelangt man auf das Profil des Promoters, auf eine Webseite oder direkt zu einer Direktnachricht.
In meinem Experiment wollte ich gern mehr potentielle Follower erreichen, also war das Ziel mein Profil.
Die Zielgruppe kann man entweder automatisch bestimmen lassen oder manuell erstellen. Eine automatische Zielgruppe ähnelt deinem eigenen Profil und den Angaben dort (Ort, Interessenangaben, Alter, Geschlecht) – bist du also ein Restaurant gehören eher andere Restaurants zu deiner automatischen Zielgruppe. Eine manuell erstellte Zielgruppe kann komplett anders sein als dein eigenes Profil – also die Gäste die potentiell dein Restaurant besuchen.
Für Cosplayer oder Fotografen macht meist die automatische Einstellung mehr Sinn. Voraussetzung ist hier natürlich, dass du und auch andere User die Angaben im Profil auch gesetzt haben.
Nun legt man fest wie lang die Promotion dauern soll und welches Budget man pro Tag nutzen möchte. Instagram rechnet direkt sichtbar die geschätze Reichweite aus – wie viel die Promotion dir wirklich bringt kann man allerdings nicht vorhersagen.

Mein Experiment – mehr Follower durch Geld?!

Los geht es nun mit dem Experiment! Mein gewählter Beitrag ist ein Foto meiner Tribaldancer Pocahontas – ich mag nicht nur das Foto sehr, sondern es hat auch in der Beschreibung ein schwieriges Thema aufgefasst. Etwas ziemlich fieses was ich erlebt habe und wovon sicher auch die halbe Community ein Lied singen kann. Ich habe mich bewusst für ein hübsches Foto UND wichtigen Inhalt entschieden, das kommt meist am besten an.
Gestartet habe ich die Promotion am 4.3., sie lief mit automatischer Zielgruppe, leitete zu meinem Profil weiter und ging 7 Tagen mit 2€ Budget je Tag. Insgesamt habe ich also 14€ ausgegeben.

DAS ERGEBNIS

Erstmal habe ich einen deutlichen Zulauf an Kommentaren bei dem Beitrag bemerkt – 25 sind es insgesamt, inklusive meiner Antworten. Also rund 12 Kommentare von Anderen, das ist ein ziemlicher Zuwachs denn normalerweise bekomme ich pro Beitrag so 1-3 Kommentare, wenn überhaupt.
Dann gab es natürlich Herzchen im Minutentakt – 505 Likes insgesamt.
Auch überraschend war, dass sich 4 Personen den Beitrag gespeichert haben – die Funktion wurde bisher nur bei hilfreichen Sachen genutzt, also Tipps, Tutorials etc.
Und nun zum wirklich interessanten Teil: Follower!
Am Anfang der Promotion lag ich bei 387 Followern – am Ende sind es 411. Also ein Zuwachs von 24 Abonnenten.

Fazit

14 Euro für 24 neue Fans, 505 Likes und 12 Kommentare. Hat sich das nun gelohnt oder eher nicht?
Vorausgesagt wurde mir von Instagram eine Reichweite von 1,500 – 3,900 Personen, diese hat der Beitrag definitiv erreicht. 89% davon kamen infolge meiner Promotion auf das Profil, also auch das hat sich gelohnt. Insgesamt führten 252 Klicks auf mein Profil, wie viele davon schon Abonnenten waren und wie viele nicht kann ich leider nicht nachvollziehen. Vergleicht man aber die 252 Klicks mit den 24 neuen Followern, scheint das schon recht wenig – rein in Zahlen betrachtet.
Bin ich nun also zufrieden oder nicht?
Das lässt sich schwer sagen. Ich hatte mir schon mehr neue Abonnenten erhofft, besonders wenn ich mir die Zahlen so ansehe. Beeinflussen kann Instagram das aber natürlich trotzdem nicht – wenn Usern mein Content nicht gefällt ist es eben so. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich 14€ für das Ergebnis nun als “zu teuer” oder “günstig” empfinde, hier fehlen mir die Vergleichswerte einfach.

Was haltet ihr von meinem Ergebnis? Was hast du erwartet als du den Beitrag angefangen hast zu lesen, bist du positiv überrascht oder eher enttäuscht?
Erzähl mir davon in den Kommentaren, ich bin gespannt auf deine Meinung dazu!

Interessieren dich Beiträge zum Thema Social Media allgemein und möchtest du mehr davon lesen? 🙂

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1 Kommentar

  1. Ja auch ich freue mich natürlich über Likes und Follower, auch wenn ich Instagram vorwiegend einfach nutze damit meine Bilder nicht auf der Festplatte ungesehen verschwinden. Und klar ist es auch hilfreich neue Models zu finden. Bisher dümpelte ich so bei etwas über 200 Followern und war glücklich wenn mal ein Bild über 50 Lukes bekam. Auch ich dachte schon darüber nach Geld fürs Promoten zu zahlen. Dann machte ich spontan bei einem Loop mit, der immer 1x die Woche startet. Innerhalb weniger Wochen kam ich so auf über 700 Follower. Die Zahl sinkt nur marginal, wenn überhaupt. Meine Likes liegen jetzt konstant zwischen 110 und 140. ich muss allerdings dazuschreiben, dass ich in der Zeit auch mehr Aufwand in regelmäßige Storys investierte, gerade auch am Wochennde. Für mich ist dieser Weg erfolgreich und kostet kein Geld, dafür halt ein wenig Zeit. Und klar, die Pflege von Bildern und Content gehören auch dazu.

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